Löbaus Historische Gebäude

Das Rathaus von Löbau wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts frei auf dem Markt stehend erbaut. Im Kern ist es mittelalterlich. 1570 und 1710 wurde es bei Stadtbrand stark beschädigt. Den letzteren Brand überstand nur der in seinem Ursprung noch gotische Turm. Von 1711 bis 1714 erfolgte der Wiederaufbau. Nach Ende des 19. Jahrunderts erfolgten bauliche Veränderungen, welche 1935|36 teilweise rückgängig gemacht wurden. Die gotische Form des Turmes und die barocke Fassade wurden dabei weitestgehend wieder hergestellt.

Besondere Details:

  • 2 Sonnenuhren
  • Uhrwerk mit Judutekopf (Zeichen der Gerichtsbarkeit)
  • Mondphasenkugel
  • sächsisch-polnisches Doppel-Wappen und das Stadtwappen am Portal

Nachdem das Rathaus zum 750-jährigem Jubiläum im Jahr 1971 einen roten Farbanstrich erhalten hatte, wurde die Fassade zuletzt 1992 erneuert. Dabei wurden mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail weitere barocke Schumuckelemente rekonstruiert. Eine Besonderheit stellt die am Turm befindliche Mondphasenuhr dar.

Zur besseren Kontrolle der vorgeschriebenen Hygiene und Qualitätsvorschriften wurden im Mittelalter die ursprünglich im Freien angelegten Verkaufstische der Metzger- und Fleischhauerstände in direkt nebeneinander liegende Verkaufstätten, oft in Gewölben, untergebracht. Diese lagen meist in den Erdgeschossen der um den Markt stehenden Häuser. Die Bankform ihrer Verkaufstische gab ihnen den Namen.

In Löbau gab es gewöhnlich 14 Fleischbänke. Innungsartikel der Löbauer Fleischer sind für 1448, 1554 und 1566 bekannt. Interessant ist, dass der Bankzins differenziert entrichtet wurde. Sechs Fleischbänke zahlten neun Groschen und vier Pfennige | vier Fleischbänke entrichteten vier Groschen und acht Pfennige Census. Diese Geldeinheiten entsprachen in alter Zeit einer halben und einer viertel Görlitzer Mark Geldes. Zwei weitere Fleischbänke entrichteten eine halbe Geldmark als „ewigen Kirchenzins“ an die Hauptkirche zu St. Nicolai. Die übrigen zwei Fleischbänke gaben sogar vier Groschen an den Kaplan in Kittlitz. Diese rätselhafte Abgabe muss sehr alt gewesen sein und noch aus der Zeit vor dem Bau der Nicolaikirche stammen.

Heute verfügt die Stadt Löbau über die wohl einzig noch in einem Rathaus vorhandenen Fleischbänke. Im Zuge eines Pächterwechsels ließ die Stadt Löbau 1937 das Restaurant “Ratskeller” umbauen. Dabei wurde auch die vierkappige Gewölbehalle der ehemaligen Fleischbänke verändert. Vor dem Umbau war der zeitweise auch “Biertunnel” genannte Raum, über eine Treppe vom Ratskeller aus zugänglich und diente diesem als “unteres Gastzimmer”. Beim Umbau wurde das Fußbodenniveau der Fleischbänke durch den Einbau einer Zwischendecke auf das der übrigen Ratskellerräume angehoben. Außerdem errichtete man Zwischenwände, die so der neuen Küche mit darunter liegendem Wirtschaftsraum, dem “Spielzimmer” und der neuen Eingangshalle Platz boten. Der historische, neben dem Rathausturm gelegene Ratskellereingang, wurde seither nur noch als Nebenzugang genutzt. Die Lage des “Spielzimmers” ist noch an der 2008 restaurierten Wandmalerei der Würfelspieler und dem beim Umbau von 1937 weitgehend vom Putz befreiten Kreuzgewölbe ablesbar. Die Gewölberippen sind mit den Farbwerten des Französischen Blattes (Kreuz, Pik, Herz, Karo) gestaltet.

Mit dem Rückbau aller 1937 errichteten Einbauten sind die Löbauer Fleischbänke nach über 70 Jahren wieder als eine Raumeinheit erlebbar. Als Tourist-Information öffenten sie im Juni 2008 wieder ihre Pforten.

Im Pflaster des Löbauer Altmarktes befindet sich (ca. 25 Meter vom Rathausturm entfernt) eine kreisrunde Markierung. Von hier aus ist der Mond der Löbauer Mondphasenuhr am Rathausturm am besten zu betrachten. Die Drehbewegungsgeschwindigkeit der Uhr ist nach natürlichem Vorbild - also von einer Mondphase zur nächsten und sich nicht wiederholend - angepasst. Der Sohländer Horst Büschel war es, der die Löbauer Mondphasenuhr im Jahre 1992 geschaffen hat. Die Gesichtsmaske, Judute genannt, im Zifferblatt unter der Uhr öffnet zudem mit jedem Uhrschlag ihren Mund. Sie stellt die städtische Gerichtsbarkeit dar. Der Mechanismus der Kinnbewegung wurde ebenfalls vom Sohländer Horst Büschel entwickelt.

 

Ein historisches Handelshaus - Das goldene Kauffahrerschiff

Das goldene Kauffahrerschiff, die beiden Anker und der lateinische Sinnesspruch am Stadthaus weisen auf ein Handelshaus mit überseeischen Geschäftsverbindungen hin. 1710 bei Stadtbrand niedergebrannt und 1733 Neubau. 1811 Gasthof "Zum Goldenen Schiff". Ab 1922 dient es der städtischen Verwaltung. Heute ist das historische Handelshaus in Besitz der Stadt Löbau und wird von der Wohnungsverwaltung und Bau GmbH Löbau verwaltet und wurde zuletzt aufwendig saniert.

Details:

  • flurartiger tiefer Raum mit Kreuzgewölbe
  • Bandwerk
  • Stuckdecken mit Deckengemälde
  • Innenhof

1611 erteilte der Stadtrat das Privileg für eine Apotheke. Die ersten Standorte sind nicht bekannt. Ab 1817 war die "Alte Apotheke" in der Bahnhofstraße|Ecke Nikolaiplatz beheimatet. Von 1844 bis heute ist das Gebäude im Besitz der Familie Brückner.

In den Jahren 1969 bis 1970 wurde das Apothekengebäude in großen Stile umgebaut. Selbstverständlich unter Berücksichtigung des Erhalts und der Rekonstruktion wichtiger historischer Details. Das gleichnamige Unternehmen "Alte Apotheke" war bis Ende Juni 2011 hier ansässig. Danach zog die Apotheke nur ein paar Meter weiter, direkt an den Löbauer Altmarkt und wird von den Inhabern Birgit Schleicher und Wieland Schäfer geführt.

1714 ließ der Löbauer Bürgermeister Segnitz die Mineralquellen fassen. Die Tafel ist sogar noch heute vorhanden. 1824 wurde ein Badehaus am Fuß des Brunnenweges errichtet. 1851 wurde dann zwischen einer Eisen- und einer Salzquelle unterschieden. 1875 erlangte das Badehaus durch seine architektonische Wirkung große Popularität. Der Entwurf stammte von Prof. Giese und kostete bis zur Fertigstellung stolze 146.000 Mark. 1878 verweilte Majestät König Albert von Sachsen im neu erbauten Stadtbad und gestattete, dass dasselbe seinen Namen führt: Koenig-Albert-Bad. 1878 wurde das Kurgebäudes schließlich ausgebaut und nach König Albert benannt.

In der Zeit bis heute wurd das prächtige König-Albert-Bad, von dessen ausschweifender Terrasse man einen tollen Blick auf den Löbauer Berg hat, umfassend saniert und das historische Ambiente wiederhergestellt. Genutzt wurde die Location vorrangig als Ort des Feierns und als Gaststätte. Aktuell ist das König-Albert-Bad geschlossen.

Das Bahnhofsgebäude wurde zur Eröffnung der Bahnstrecke Dresden-Görlitz und als Teilstück der Verbindung Paris-Breslau erbaut. Der Bahnhof befindet sich unweit des Stadtzentrums.

Besonderheiten:

  • gußeiserne Trägerkonstruktion der Überdachung
  • Bahnhofsuhr im Empierstil über dem Eingangsportal

Noch immer fahren regelmäßig Züge den Löbauer Bahnhof an. Allerdings ist der Kern des Bahnhofgebäudes aktuell geschlossen. Ein privater Investor hat sich dem alten Gebäude angenommen und ist dabei, dessen Substanz zu sanieren. Künftig soll der Löbauer Bahnhof wieder mit Leben gefüllt werden.

In diesem geschichtsträchtigen Gebäude wohnte zu seiner Zeit Bäckermeister Friedrich August Bretschneider, der Erbauer des gusseisernen König-Friedrich-August-Turms auf dem Löbauer Berg.

Das Haus Bretschneider im Jahre 1862 abgebrannt, wurde drei Jahre später wieder aufgebaut und schließlich 2016 vom aktuellen Eigentümer umfangreich saniert. Im Innern des Hauses lässt sich eindrucksvoll die Geschichte des Bauwerkes und die des Gusseisernen Turms nachvollziehen.

 

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