Waschbären sind süß, können aber großen Schaden anrichten. Foto: unsplash

Waschbär und Co. im Stadtgebiet

24. August 2021

Wilde Tiere mitten in der Stadt? An den zur Dämmerung über die Straße huschenden Marder haben wir uns schon fast gewöhnt. Selbst scheue Rehe ziehen entlang der Grüngürtel durch Löbau. Und auch der Fuchs besucht nicht nur den Hühnerstall in den dörflichen Ortsteilen. Doch mit stetiger Zunahme melden Bürger das Auftreten von Waschbären im Stadtgebiet. Während es sich bei Reh, Steinmarder und dem Rotfuchs um heimische Tierarten handelt, gilt der Waschbär aus Nordamerika stammend als eine sich stark ausbreitende Tierart mit hohem Schadenspotential. Die klugen und anpassungsfähigen Tiere haben die menschlichen Besiedelungen als idealen Lebensraum entdeckt. Das Löbauer Wasser und die Bäche im Stadtgebiet spielten für die mittlerweile flächendeckende Ausbreitung auch eine Rolle. In der Nähe des Menschen finden die Tiere genügend Verstecke und Nahrung. Als hungrige Allesfresser bedienen sie sich an offenen Komposthaufen, öffnen Müllbehältnisse, bedienen sich am Napf von Hund und Katze oder werden teils sogar gezielt gefüttert. Satt zieht es den geschickten Kletterer dann regelmäßig in trockene Dachböden - gern auch gewärmt vom darunter lebenden Menschen. Schäden in der Dämmung oder Verunreinigungen durch Kothaufen im Dachstuhl lassen den ungebetenen Gast schnell zum teuren Untermieter werden. Auf den Menschen übertragbare Spulwürmer im Kot machen die Sache auch zu einem gesundheitlichen Risiko.

Waschbären unterliegen dem Jagdrecht und werden auch intensiv bejagt. Nach sächsischem Jagdrecht darf sich jeder Grundstückseigentümer mit einer Lebendfalle auf die Lauer legen. Ein Verbringen der gefangenen Tiere ist aus Tierschutzgründen nicht gestattet. Und während der Aufzucht der Jungtiere sind Schonzeiten zu beachten. Das Töten der Tiere ist ausschließlich Personen erlaubt, die dafür die nötige Sachkunde besitzen (z.B. Tierärzte, Jäger). Der Grundstückseigentümer sollte sich also schon vor dem Aufstellen einer Falle den fachlichen Rat eines Jägers einholen. Dieser Jäger sollte dann bei Fangerfolg zeitnah zur Verfügung stehen. Er kann Sie aber auch über Schutz- und Vergrämungsmöglichkeiten beraten.

Das Stadtgebiet Löbau ist in mehrere Jagdgebiete unterteilt. Ansprechpartner vermittelt Ihnen die Abteilung Forst der Stadtverwaltung oder die Naturschutz- und Jagdbehörde des Landkreises. In besonderen Fällen kann aber auch nur der Schädlingsbekämpfer helfen.

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