Stadtwald Löbau

Waldschutzinformation für den Landkreis

13. Januar 2019

Information des Kreisforstamtes des Landkreises Görlitz

Die dramatischen Bilder der Borkenkäferkalamität sind mittlerweile jedem bekannt. Die Schadholzmenge seit den Herbststürmen 2017 wird im Landkreis Görlitz bis zum Frühjahr 2020 auf ca. 460.000 m³ ansteigen. Das entspricht 20% der Fichtenreinbestände des Landkreises und einer Fläche von ca. 1.300 ha.

Waldbesitzer sollten auch in den kommenden Monaten die Stehendbefallskontrollen weiterhin regelmäßig, möglichst monatlich, durchführen und die geschädigten Bestände bis Ende März 2020 sanieren. Da vor allem im mittleren Bereich des Kreises, um die Königshainer Berge herum, die Population der Borkenkäfer eine vollständige dritte Generation ausgebildet hat, die in historische bisher unbekannter Anzahl im Boden oder unter der Rinde überwintert, könnte sich für dieses Jahr die Schadholzmenge gegenüber des vorjährigen Wertes verdreifachen.

Nicht nur Fichten, vor allem auch Lärchen und Kiefern sind mittlerweile durch Borkenkäfer infolge der Trockenheit der letzten zwei Jahre geschädigt. Deshalb ist auch in den Kieferngebieten im mittleren und nördlichen Teil des Kreises erhöhte Achtsamkeit geboten. Die Kiefernbestände sind durch die anhaltende Dürre ebenfalls unter starkem Trockenstress und in einigen Gebieten sind auch hier Bestände, Baumgruppen oder Einzelbäume durch die Kiefernborkenkäfer und den Blauen Prachtkäfer geschädigt. In vielen Wäldern sind braune Kiefern zu sehen. Hier muss jeder Waldbesitzer regelmäßige Kontrollgänge durchführen, die betroffenen Bäume fällen, abtransportieren bzw. die Stämme schälen und die Rinde verbrennen. Auch Laubbäume, insbesondere Eichen, weisen verstärkt Trockenschäden auf. Die Schwächung der Bäume hat zu einem vermehrten Befall der Eichen durch den Zweipunkt-Eichenprachtkäfer geführt. Auch diese Bestände müssen unbedingt bis zum Frühjahr saniert werden.

Für die kommenden Monate sind regelmäßige Kontrollgänge in allen Nadelholzwäldern unerlässlich. Das Kreisforstamt weist deshalb nochmals auf die im Landkreisjournal vom 22. März 2019 veröffentlichte Allgemeinverfügung zur Erfassung und Bekämpfung von holz- und rindenbrütenden Schaderregern (Nadelholzborkenkäfer) im Privat- und Körperschaftswald hin! 

Diese Wälder sowie dort lagernde Nadelhölzer sind von den jeweiligen Eigentümern bzw. Nutzungsberechtigen von Oktober 2019 bis Ende März 2020 mindestens dreimal, bei starkem Befall in den Vormonaten insgesamt fünfmal auf Käferbefall zu kontrollieren.

Hinweis zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln:

Der § 9 des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) schreibt Anwendern von Pflanzenschutzmitteln vor, dass diese einen, von der jeweils zuständigen Behörde ausgestellten Sachkundenachweis benötigen. Für den Freistaat Sachsen ist das das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Gleiches gilt für den Erwerb von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, da sich die Verkäufer durch die Vorlage des gültigen Sachkundenachweises rechtlich absichern müssen.

Für den Erwerb des Sachkundenachweises muss der Antragsteller die dafür erforderliche Zuverlässigkeit besitzen und nachweisen, dass er über die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und die für die jeweilige Tätigkeit erforderlichen praktischen Fertigkeiten verfügt, um Pflanzenschutzmittel bestimmungsgemäß und sachgerecht anzuwenden (§ 9 Abs. 2 PflSchG).

Nähere Informationen erhalten Sie unter:

https://www.landwirtschaft.sachsen.de/sachkundenachweiskarte-beantragen-17747.html

Informationen zu Fördermöglichkeiten von Waldschutzmaßnahmen erhalten Sie beim Staatsbetrieb Sachsenforst

https://www.smul.sachsen.de/foerderung/3527.htm

Nähere Informationen finden Sie auch auf www.kreis-goerlitz.de.

Schaden StadtwaldSchaden durch den Buchdrucker im Löbauer Stadtwald

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