Krankheitsanzeichen einer Blaufichte: gelb-grüne Bänderung einzelner Nadeln im Frühjahr bis hin zu anschließenden bräunlichen Verfärbungen.

Schädlingsbefall an Blaufichten

31. Juli 2020

Vermehrt gingen in den letzten Wochen Anfragen von Bürgern zu Krankheitsanzeichen bei den Blaufichten im Stadtgebiet ein. Begann es im Frühjahr mit einer gelb-grünen Bänderung einzelner Nadeln, verfärbten sich die Nadeln bald ganzer Astbereiche hin zu einem unheilvollen Braun. Unter den Blaufichten sammeln sich die abfallenden Nadeln der älteren Nadeljahrgänge. Die Äste verkahlen von innen her und übrig bleibt der Maitrieb. Die Ausmaße sind teils von Baum zu Baum unterschiedlich - hier spielen weitere Beeinträchtigungen eine Rolle.

Doch wer verursacht das Absterben der Nadeln?

Die Fichtenröhrenlaus oder Sitkafichtenlaus (Elatobium abietinum, Synonym: Liosomaphis abietina) kommt praktisch in ganz Europa vor und kann sich nach milden Wintern stark vermehren. Sie ist knapp 2 mm groß, grün und besitzt rotbraune Augen. Die Laus ernährt sich von den Nadelsäften diverser Fichtenarten, wobei sie allen voran die Blaufichte (Picea pungens), dann die Sitkafichte (Picea sitchensis) und die Omorikafichte (Picea omorica) am stärksten schädigt. Aber auch die Gemeine Fichte (Picea abies) kann von der Laus in erheblichem Ausmaß befallen werden. Diese starke Vermehrung ist nur in milden Wintern möglich, wenn 14 Minusgrade nicht unterschritten werden. Bei tieferen Temperaturen gehen die Läuse zugrunde, sodass im Frühjahr keine Massenvermehrung des Schädlings folgt.

Der im Mai frisch austreibende Nadeljahrgang (Maitrieb) wird von der Laus verschont, da sich beim Austreiben der diesjährigen Nadeln der Stickstoffanteil im Nadelsaft drastisch verringert, wodurch sich die Nahrungsgrundlage für die Läuse verschlechtert. In der Folge bricht die Lauspopulation stets ab dem Austreiben des Maitriebes auf natürliche Weise zusammen. Obwohl eine starke Entnadelung den Fichten ein erbärmliches Aussehen verleiht, gehen diese Fichten nur in Ausnahmefällen ein. Da eine Massenvermehrung der Fichtenröhrenlaus in der Regel nur alle paar Jahre vorkommt, können sich die betroffenen Bäume in den lausarmen Jahren wieder recht gut erholen. Stehen Blaufichten in Nähe der von den Borkenkäfern geschädigten Wäldern, sollte auch hinsichtlich eines Folgebefalls durch diese Schädlinge kontrolliert werden. Aufgrund der Stresssituation für die Bäume geht der Befall der Laus mit einer teils starken Zapfenbildung einher. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Notfruktifikation. Der Baum reagiert auf die bedrohliche Situation mit verstärkter Samenbildung, um im Notfall die Art durch seine Nachkommen zu erhalten. Eine interessante Überlebensstrategie unserer Natur.

Welche Maßnahmen kann man ergreifen?

Insbesondere in Weihnachtsbaumplantagen kann die Laus erhebliche wirtschaftliche Schäden anrichten. Und auch das Aussehen der einen oder anderen Zierfichte lässt das Herz des Gärtners bluten. Wer einen Befall frühzeitig erkennen will, kann jeweils im Frühling (März|April) mittels Klopfprobe den Baum untersuchen. Dazu wird ein weißes A4-Blatt unter die Zweige gehalten. Wird auf die Zweige geklopft und fallen mehr als 4 bis 6 grüne Läuse auf das Blatt Papier, so sollten diese Fichten mit einem geeigneten Lausmittel behandelt werden. Bei großen Bäumen steht der Aufwand regelmäßig in keinem Verhältnis mehr. Stellt man den Befall erst anhand der Verfärbungen fest, sind Maßnahmen meist zu spät. Da Blaufichten von Natur her wenige Nadeljahrgänge tragen, kann nach wenigen kalten Wintern der Baum wieder ein normales Aussehen annehmen. Wer sich für die Säge entscheidet und den Baum aus dem Garten entfernen möchte, muss bis Oktober vor der Fällung die Genehmigung der Naturschutzbehörde einholen.

Ihre Abteilung Forst der Stadtverwaltung Löbau

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