Foto (Pokal): Jürgen Matschie

675 Jahre Oberlausitzer Sechsstädtebund

18. August 2021

Löbau befindet sich im Jubiläumsjahr – 800 Jahre Löbau. Leider konnte das große Fest nicht so stattfinden wie es ursprünglich geplant war. Mit einem kleinen Festakt auf dem Altmarkt und einem wundervollen Höhenfeuerwerk ehrten wir jedoch unsere Stadt am 24. Juni, dem Tag, an welchem Löbau vor 800 Jahren in einer Urkunde durch Bischof Bruno II. von Meißen erstmals erwähnt wurde.   

Und noch ein weiteres Jubiläum findet in diesem Jahr statt - 675 Jahre Oberlausitzer Sechsstädtebund. Der 21. August 1346 war für die Stadt Löbau von besonderer Bedeutung. An diesem Tag wurde der Sechsstädtebund gegründet, dem die Städte Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban (heute Lubań in Polen) Löbau und Zittau angehörten. Der Zweck dieses Bundes war, die Sicherheit der Landstraßen zu erhöhen. Zu jener Zeit war der Landfrieden oft in Gefahr. Raubritter, Wegelagerer und Schutzgelderpresser sorgten an den Handelsstraßen für Unruhen. Die Städte versprachen sich gegenseitig Schutz und Beistand.

Regelmäßig trafen sich die Vertreter der sechs Städte zu Besprechungen (Konventen).

Nach dem Konventprotokoll von 1673 wurde zwar bei den Konventen seit undenklichen Zeiten Protokoll geführt, jedoch die Löbauer Konventakten beginnen erst 1623 und sind während des Dreißigjährigen Krieges lückenhaft. Bis auf 12 Ausnahmen fanden alle Konvente in Löbau statt, die von Anfang an als Konventstadt galt, weil sie in der Mitte des Gebietes lag und von  allen Städten aus an einem Tage erreicht werden konnte.

Die Abgeordneten stiegen im Gasthof „Zum goldenen Löwen“ ab, wo sie wohnten und im größten Zimmer, welches im ersten Stock lag, ihren Konvent abhielten.

Dabei kreiste in ihrer Runde ein schöner Becher aus böhmischem Glase, kunstvoll gearbeitet und bemalt, welcher heute im Löbauer Stadtmuseum aufbewahrt wird.

Über dieses besondere Glas berichten folgende Verse auf Blatt 2 des 1. Löbauer Konventbuches:

Weil allhier mit Nutzen und Frommen
die Sechsstädte zusammenkommen,
haben die hochweisen Alten,
gute Freundschaft zu halten,
sich ein grosses Glas erlesen,
das der, so nicht da gewesen,
pflegt auf aller Gutdünken
treu – und redlich auszutrinken.

Dieses Austrinken war auch in jener trinkfreudigen Zeit eine Leistung, denn der Pokal fasst drei Liter!

Die Verhandlungen fanden bis zu dem großen Stadtbrand von 1710 im Gasthof statt, danach wurden die Beratungen in das neugebaute Rathaus verlegt. Am 23. September 1814 waren die Abgeordneten der Städte zum letzten Male in Löbau versammelt, da 1815 auf Beschluss des Wiener Kongresses Görlitz und Lauban mit der östlichen Oberlausitz preußisch wurden. Die übrigen Städte gingen nun einen Vierstädtebund ein und hielten noch neun Konvente ab. Nach 1868 fand kein Treffen mehr statt.

1991 fanden sich die Städtväter der Städte des Sechsstädtebundes in der Konventstadt Löbau anlässlich der 770-Jahr-Feier der Stadt Löbau zusammen und besiegelten den Bund neu. Die Aufbruchstimmung der politischen Wende wollten die Städte gemeinsam für eine positive Entwicklung nutzen und bereits zu diesem Zeitpunkt spielte die gemeinsame touristische Vermarktung eine wichtige Rolle. Folgerichtig wurde die „Arbeitsgruppe Sechsstädtebund“ im Tourismusverbund Oberlausitz gegründet. Die Arbeitsgruppe ist bis in die Gegenwart aktiv. Gemeinsam vermarkten sich unsere Städte auf Messen, in Broschüren, entwickeln Reiseangebote und andere Kampagnen.

Bei zahlreichen Großveranstaltungen in den Sechsstädtebundstädten (Landesgartenschauen, Landeserntedankfeste, „Tag der Sachsen“, Bewerbung Kulturhauptstadt Zittau, uvm.) unterstützten sich die Städte des Sechsstädtebundes bei der Bewerbung und auch bei der Durchführung von Veranstaltungen.

Wir stehen gemeinsam vor großen Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt oder die die Entwicklung in unseren Innenstädten an uns stellt uvm. Ziel sollte es sein, den Blickwinkel und die Erfahrungen unserer Städte noch weiter zu bündeln und daraus Zukunftspläne zu erstellen. Kontinuierlich ist weiterhin die gemeinsame touristische Vermarktung zu entwickeln, um die Städte und unsere Region noch bekannter zu machen und daraus auch weitere positive Effekte für die Städte zu erzielen. Gemeinsam sind wir stärker. Das war bei der Gründung des Sechsstädtebundes so und trifft heute genauso zu. Alles, was sich in den zurückliegenden Jahren bewährt hat, sollten wir im Interesse unserer Städte fortführen und weitere zeitgemäße Ideen entwickeln.

Anlässlich des 675. Jubiläums der Gründung des Sechsstädtebundes organisiert „Förderverein "Kommen und Gehen" - Das Sechsstädtebundfestival! e.V.“ ein Musikfestival. Termine für alle Konzerte und Veranstaltungen finden Sie hier: https://bit.ly/3ARMXqd

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