Johanniskirche Löbau - Geschichtliches

Die Johanniskirche zählt zu den ältesten Bauwerken der Stadt und kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken.
Ihre Geschichte beginnt mit der Ersterwähnung als Klosterkirche des hier ansässigen Franziskanerordens im Jahr 1336. Im Jahr 1519 brannten Kloster und Kirche bei einem Stadtbrand bis auf Turm und Chor nieder.
Der Wiederaufbau gestaltete sich durch eine Vielzahl geschichtlicher Einflüsse wie Raubzüge der Hussiten, die Reformation und der Pönfall schwierig. Zuwendungen an das Kloster nahmen ab, es setzte eine Verödung ein. Die Tätigkeit des Franziskanerordens endete mit dem Tod des letzen Mönches im Jahr 1563.
Bereits 1553 wurde die Johanniskirche den Bürgern von Altlöbau und Oelsa übergeben - vorwiegend Wenden. Aus diesem Grund wurde die Kirche im Volksmund als "wendische Kirche" bezeichnet.
Nach einem weiteren Stadtbrand wurde die Kirche gründlich erneuert. Im Siebenjährigen Krieg wurde sie als Garnisionskirche genutzt. Die letzte Predigt in wendischer Sprache fand 1912 statt.

Bis zum Jahr 1966 wurde die Kirche für evangelische Gottesdienste genutzt. Aufgrund der atheistischen Entwicklung in der ehemaligen DDR reduzierte sich auch die Anzahl der Gemeindemitglieder, die eine Unterhaltung von zwei in unmittelbarer Nachbarschaft stehender Kirchen nicht notwendig machten. In diesen Jahren wurde die Kirche, deren baulicher Zustand sich zunehmend verschlechterte, nur noch als Lagerraum genutzt.

Im Zuge der umfangreichen Stadtsanierungsarbeiten wurde zunächst erst die äußerliche Hülle der Johanniskirche einbezogen. Dieser ging eine Übertragung des Gebäudes an die Stadtverwaltung Löbau voraus. Eile war geboten, denn der Turm  löste sich vom Schiff - ein markanter Teil unserer Stadtsilhouette drohte buchstäblich wegzubrechen.
Im Jahr 1996 begann die äußerliche Sanierung. Der innere Zustand blieb noch einige Jahre unverändert. Trotzdem wurden bereits zu diesem Zeitpunkt Benefizveranstaltungen zugunsten des Innenausbaus der Johanniskirche durchgeführt.
Nach Bewilligung von Fördermitteln der Europäischen Gemeinschaft begann der umfangreiche Innenausbau des Gebäudes verbunden mit dem Neubau eines Funktionsgebäudes, welches an der Stelle des ehemaligen Stadtschreiberhauses und damit aus architektonischer Sicht eine städtebauliche Lücke schloß.

Der Neubau ist mit dem historischen Kirchgebäude verbunden. Kirche und Funktionsanbau sind behindertengerecht gebaut. Die Johanniskirche selbst wurde zeitgemäß gestaltet, der historische Charakter und die Schlichtheit einer Klosterkirche sind erhalten geblieben.
 

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