Stadtmuseum Löbau - Geschichte


Die Idee zu einem Museum

hatte bereits Karl Benjamin Preusker ( 1786 – 1871), Förderer der Volksbildung, Vater der sächsischen Archäologie und Sohn der Stadt Löbau. Er sammelte für ein Museum und gab die Objekte vorerst in die Löbauer Ratsbibliothek.
1859 schrieb er: „Aus der Idee, ein Museum von Seltenheiten anzulegen, ist wohl nichts geworden?“

 


Julius Dehne stellte 1896 fest: „... nicht einmal die vorhandenen Gegenstände hat man zu erhalten sich Mühe geben...“
Das Projekt scheiterte an den Räumlichkeiten.

Erst Julius Sandt, Löbauer Brauereidirektor, begeisterte 1893 den Löbauer Bürgerverein mit der Museumsidee. Vorerst als Ausstellung konzipiert, zeigte diese ca. 750 Exponate. Sie wurde am 3. Mai 1894 zu Himmelfahrt im 2.Stock des Rathauses eröffnet.
Dr. Alfred Moschkau, äußerte sich zum Vorhaben: „Die Ausstellung war und ist auch in der That eine in jeder Beziehung gut gelungene. Sie enthält eine Menge wichtige Stücke, um welche Löbau manche Großstadt beneiden würde .... Wenn die Stadt Löbau etwa 3 Zimmer zu einem Stadtmuseum hergäbe, ließ sich ein Werk schaffen, auf das Löbau stolz sein könnte.“
Neben der Stadtgeschichte waren Exponate zur europäischen Geschichte, zur Kunstgeschichte und zur Volkskunde keine Seltenheit.
Wissenschaftliche Instrumente waren genauso vertreten, wie naturkundliche Objekte, interessante Bücher oder Münzen und Medaillen.

Mit dem Erfolg der Ausstellung kam am 27. Juli 1894 auch der Beschluß des Stadtgemeinderates ein Museum zu gründen. Viele Bürger stellten ihre Sammelstücke auf Dauer zur Verfügung. Das Museum erhielt 4 Räume im Rathaus, mußte jedoch 1899 ausziehen und kam in die oberen Räumen des Eichamtes, Johannisstraße 5. Keine glückliche Lösung. Die viel zu kalten und dunklen Räume reichten auch bald für die Sammlungen nicht mehr aus. Seit 1903 suchte man nach neuen Räumlichkeiten. Erweiterungs- ja sogar Neubauprojekte scheiterten an den gesellschaftlichen Bedingungen.

Bis 1928 war Julius Sandt ehrenamtlicher Direktor des Museums.

Ihm folgte der Seminaroberlehrer, Prof. Otto Staudinger, wohl der engagierteste Geschichtsforscher Löbaus. Ostern 1943 legte er wegen der Naziherrschaft sein Amt nieder.

Durch die Kriegsentwicklung wurde 1944 das Sammlungsgut ausgelagert. Als Prof. Staudinger im Oktober 1945 das Haus wieder eröffnete, beklagte er eine große Zahl wertvoller Exponate als Verlust. 1954 übergab er die Leitung des Stadtmuseums seinem Nachfolger. Dieser gestaltete das Museum im sozialistischen Stil neu. Eine konzipierte Geschichtsausstellung entstand und Sonderausstellungen wurden verstärkt angeboten.

Eine Volkskundeausstellung lockte seit 1974 in das rekonstruierte Haus. Anlässlich des 90jährigen Bestehens öffnete 1984 die neue ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte Löbaus mit Geologie und Frühgeschichte der Umgebung.
Die umfangreiche Handwerks- und Handelsausstellung, die Ausstellung zum Sechsstädtebund sowie eine beliebte Spielzeugexposition entstanden in den 90er Jahren.

Auf rund 250qm werden aktuell Sonderausstellungen gezeigt. Die Sammlungen selbst sind auf etwa 65000 Einzelexponate angewachsen.

Mit zirka 2 000qm besteht das Museum heute aus 3 Gebäude plus einem Außenmagazin.

Der Platz für die ständig wachsenden Sammlungen ist trotz Erweiterungen nicht ausreichend. Viele interessante Exponate schlummern in den Magazinen.

Hoffen wir auf die Zukunft und bewahren die Schätze unserer Stadt in sicherer Obhut.

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