Das mittelalterliche Leben

Die Bewohner Löbaus kamen, neben den slawischen  Bewohnern, die bereits seit dem 6. Jahrhundert in den Dörfern hier siedelten nach Aufbau eines Burgwartsystems, Christianisierung und deutscher Dorfbesiedlung aus diesen Dörfern aber vor allem aus Thüringen, Franken, aus der Pfalz und Bayern und aus den Niederlanden. Sie brachten ihren Lebensstilund ihre Erfahrungen mit.

Die Häuser,  die sie bauten, waren Fachwerkhäuser,meist ein- oder zweistöckig, aus Lehmfachwerk , mit Holzschindel bedeckt und einer Feueresse,die ebenfalls aus Holz war. Sie standen aus steuerlichen Gründen mit der schmalen Giebelseite nach der lehmgestampften Gasse zugekehrt. Ebenfalls aus finanzieller Sparsicht waren die oberen Stockwerke meist überstehend, so sparte man auch damit grundsteuerliche Leistungen. Doch dieser Baustil, wie auch die hölzernen Feueressen und die Holzschindeldächer brachten der Stadt oft verheerende Feuersbrünste. Das Übriges tat das Heu und Stroh, daß die Bürger für ihre Viehhaltung meist auf dem Boden lagerten. Die angestrebten Steinhäuser blieben ein Privileg der Reichen. Erste Photographien Löbaus zeigen Ende des 19. Jahrhunderts noch diese Fachwerkbauten.  

Das erste einfache, teils unterirdische Kanalsystem enstand im 15. Jahrhundert. Bis dahin landeten Unrat und Abwasser auf den Höfen und Gassen, die weder gepflastert noch beleuchtet waren. Die mittelalterliche Strassenreinigung wurde dem Regen überlassen. Durch die Konzentration der Bürger wurde diese Entwicklung bald zu einer hygienischen Gefahr. Hinter dem Begriff Pest konnten viele Krankheiten stecken, die diesen Lebensverhältnissen geschuldet waren. Das Trinkwasser schöpfte man aus Brunnen und seit dem 15. Jahrhundert aus Röhrbütten aus einer Holzwasserleitung, die gereinigtes Teichwasser aus Oelsa brachte. Ein Hospital sorgte bald für alte und gebrechliche Arme, es gab ein Siechenhaus und im 15. Jahrhundert wird auch die erste baderei erwähnt. Der Bader fungierte anfangs als Arzt.Hausfluren spielte sich der wesentlichste Teil des geschäftlichen Lebens ab. Die Straßen waren eng und schmutzig und oft genug voller Unrat; sie waren nicht gepflastert.
Von Lehrern und damit Bildungsmöglichkeiten hören wir auch erstmals im 14.Jahrhundert und 1549 wird eine Schule genannt. 

Als königlich-freie Stadt wurde Löbau vom Rat geleitet, der jeweils für ein Jahr gewählt wurde. Seit dem 15. Jahrhundert gab es eine Communalvertretung. Innnerstädtische Unruhen, wie in den anderen großen Städten gab es in Löbau nicht, da die Bevölkerungsschichten in der Stadt weniger differenziert waren. Löbau besaß die Niedere Gerichtsbarkeit, die durch einen Erbrichter vertreten wurde. 

Bis 1635 war das Markgraftum Ober- und Niederlausitz ein Teil des Königreichs Böhmen; 1635 kamen die Lausitzen als Kriegsschuldausgleich an Kursachsen.
               

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