Bierbrauen, eine Haupterwerbsquelle der Oberlausitzer Städte -auch für Löbau

Auch für Löbau war das Bierbrauen das bedeutendste Handwerk,wenn man so will. Bier war neben Wasser und Milch in unserer Region das Hauptgetränk, außer man leistete sich Wein. Fast auf jedem Haus lag das Braurecht. 1502 hatte Löbau 123 Häuser, davon waren 100 Bierhöfe. Es gab ein- bis zwölfbierige Häuser, das heißt, man durfte ein bis zwölf Biere im Haus brauen. Wurden die Häuser verkauft, wurde auch über diese Braugerechtigkeiten verhandelt und natürlich waren die höherbierigen Häuser entsprechend teurer. Beim Bierbrauen ging es zu, wie zu Omas Zeiten beim Stollenbacken. Jeder fertigte seine Zutaten bei sich. Um sein Malz und den späteren Brausud herzustellen, hatte man je 2 Malz- und 2 Brauhäuser in der Stadt. Damit auch der Absatz des Bieres gewährleistet war,braute man der Reihe nach und schenkte auch der Reihe nach aus. das Los entschied, aber es gab auch hier Vorrechte der reicheren Bürger. Außerdem kostete ein Bier brauen ca.100 Taler. So wurden meist nur die Hälfte, der auf den Häusern liegenden Biere gebraut. Ein Bier zählte im 16.Jahrhundert nach unseren Maßen ca.3434 Liter.  Damit man wußte,welcher Bürger Bier ausschenkte hing dieser eine Bierstange (helles Bier) oder einen Kranz (für dunkles Bier) aus dem Hause. Die Bürger holten sich dann dort ihr Getränk für den Tag. Die Gasthöfe dienten vornehmlich den Fremden und Durchreisenden.

Diese Art der Bierherstellung bot zwar viele individuelle Sorten, wurde aber spätestens mit der industriellen Entwicklung  unrentabel. So entstand im Ausgleich mit der Braucommune 1846 auf dem Gelände des niederen Brauhauses die erste Löbauer Brauerei, die seit 1867 mit Dampfbetrieb arbeitete. 
 
Die Löbauer Brauerei war eine der ersten im Königreich Sachsen, die Lagerbier braute.Ihr Bier genoß schon damals ein sehr gutes Ansehen. Das Absatzgebiet erstreckte sich über ganz Schlesien und die Provinz Posen. 
 
 

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